Freitag, 10. Januar 2014

Rettet das Pehmöller-Knoppers!

Wehret den Anfängen.


Email vom 10. Januar 2013

Re: Ihr Sortiment, Nußstriezel


Liebes Team der Landbäckerei Sommer,

zunächst wünsche ich Ihnen noch ein frohes & gesundes neues Jahr 2014!
Mit großem Bedauern haben meine Gattin, meine Kollegen und ich festgestellt, daß der hervorragende, traumhafte Nußstriezel aus Ihrem Sortiment verschwunden ist (zumindest in den XXXer Geschäften). Ersetzt wurde er durch einen Mohnstriezel, der ihm - da sind wir uns hier einig - nicht das Wasser reichen kann.
Vielleicht ist es aus absatztechnischen Gründen schwierig, zwei Striezel mit Schokolade anzubieten (Nuß und den Diplomaten). Doch wenn ich sah, wie schnell sich der Nußstriezel ständig abverkaufte, während der Diplomatenstriezel noch später am Tag in der Auslage zu finden war, hat es, wie ich finde, den Falschen getroffen.
Wir alle würden uns sehr freuen, wenn Sie Ihr Sortiment hierzu nochmal überdenken würden.

Schöne Grüße,
Ihr Filmeonkel

Dienstag, 26. Februar 2013

Looper

Jede Menge Vorschußlorbeeren waren über "Looper" zu lesen - irgendwie schienen sich alle Netzmeinungen einig zu sein. "Tolle Story mit harter, schlüssiger Science Fiction", war zu lesen. "Konsequente und zugleich unkonventionelle Umsetzung der Zeitreise-Thematik", lauteten andere Meinungen.

Das alles klang nach einem Film, der wie gemacht für mich schien. Vielleicht hat all dieses Lob aber auch meine Erwartungen ins Unermeßliche geschraubt, denn die Ernüchterung war groß, als ich den Film schließlich sah.

Seit meiner frühesten Jugend befasse ich mich mit Science-Fiction und habe schon unzählige Filme, Bücher und Serien verschlungen, in denen es um Zeitreisen geht. Jemand, der unbedarfter als ich an die Sache herangeht, mag "Looper" vielleicht einiges abgewinnen können, aber für mich war der Umgang mit Zeitreisen gänzlich unspektakulär. Alles schon mal dagewesen, in diesem Film leicht umarrangiert. All diese Gedankenexperimente habe ich schon anderswo unzählige Male gelesen/gesehen. Keinesfalls eine völlig neue, faszinierende Herangehensweise, eher aufgewärmtes Reste-Essen.

Das Script mag Löcher haben, aber die sind in diesem Metier vielleicht nicht zu umschiffen, von daher will ich in dieser Hinsicht gnädig mit dem Script sein. Doch ein wirklich fieser, im Verlauf des Films nicht wiedergutzumachender Fehler ist der willkürlich hinzugefügte Telekinese-Aspekt. Damit hat der Drehbuchautor Schokolade auf die Pizza gelegt - ein seltsamer Mischmasch, lecker geht anders. Und just in dem Moment, in dem man denkt, der Film könne sich vielleicht wieder erholen, zieht Bruce Willis in bester John-McClane-Manier ballernd durch einen Gebäudekomplex und erlegt alle Bösewichte. Was war das wohl? Eine Parodie auf andere Willis-Filme? In einem Film, der alles Andere als witzig gemeint ist? "Looper" trifft konsequent einen falschen Ton nach dem anderen.

Wenn wenigstens die Inszenierung interessant wäre. Einem Low-Budget-Film zu unterstellen, er sieht billig aus - das ist fies. Wer so etwas sagt, der stellt auch alten Damen in der Stadt Beinchen. Aber wenn das Script schon so vermurkst ist, dann benötige ich wenigstens eine gewisse Portion Hochglanz, damit die Angelegenheit für mich erträglich ist. Doch Kamera, Kostüme, Effekte, Ausstattung und Kulissen sind allesamt nur sehr spartanisch und karg. Langweiliger Einheitsbrei.

Selten ärgere ich mich über blind gekaufte Filme, aber in diesem Fall hat mich mein Instinkt im Stich gelassen. Schade.